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Versicherungsschutz muß bezahlbar werden

Im Juli 2021 erlebten zahlreiche Hausbesitzer in Deutschland, wie wichtig es ist, den richtigen Versicherungsschutz zu haben. Ähnlich wie bei Kfz-Versicherungen gibt es da durchaus Unterschiede, die im Schadensfall erheblich sein können.

Ganz besonders schlimme Bilder haben wir aus dem Ahrtal gesehen, doch auch in Wuppertal und Solingen gab es Schäden, die für manch einen Bewohner durchaus ruinöse Auswirkungen dokumentierten. Keller liefen in wenigen Minuten voll und selbst in den Erdgeschossen stand das Wasser und zeigte seine zerstörerische Wirkung.

So ganz diese Ereignisse ausschließen ist menschlich unmöglich. Erdrutsche, Hagelschäden, Flutereignisse, Überschwemmungen und andere Wetterphänomene können wir nie völlig ausschließen und somit ist eigentlich grundsätzlich jeder Eigentümer eines Hauses hier potentiell betroffen.

Ich bin nur froh, wenn letztendlich nur Gegenstände beschädigt oder zerstört werden und nicht Menschenleben betroffen sind, was leider auch 2021 mancherorts zu beklagen war.

Bewunderung für Helfer

Lobenswert war in diesem Zusammenhang die Unterstützung der Betroffenen durch Nachbarschaft, kommunale Kräfte (Verwaltung, Feuerwehren, THW etc.) und Diakonie und Caritas. Unbürokratisch und spontan standen die ersten Helfer bereits Stunden nach dem Ereignis bereit anzupacken. Hier wurden Helden geboren, die in aller Stille, ohne viel Aufhebens anpackten und oft bis zur Erschöpfung schleppten, schippten oder anderweitig mit zupackten.

Versorgungsnotstand durch Versicherer

Nur die finanzielle Seite der Versicherungen hatte sich hier bei den meisten Anwohner aus der Verantwortung gezogen. Etlichen Hausbesitzern wurden die Option “Elementarversicherung” aufgekündigt oder in machen Fällen erst garnicht angeboten. Juristisch ist diese Arbeitsweise sicherlich einwandfrei und nicht zu beklagen.

Dennoch entspricht dies nicht meinem Verständnis für eine Solidargemeinschaft, die so eine Versicherung nun einmal darstellt. man kann doch nicht, wie in diesen Fällen, die Risiken ablehnen und nun für eine Art Grundversicherung einstehen.

Im Vergleich: So eine Grundversicherung ist schon für unter 300 Euro/Jahr zu haben. Für die Anwohner z.B. der Kohlfurth gibt es aber keine Elementarversicherung oder aber für etwa 1.200 Euro/Jahr (wenn überhaupt) nur für Gebäudeversicherung – also ohne den Hausrat. Hier muß der Gesetzgeber dringend aktiv werden. Die Elementarversicherung muß zu einer Pflichtversicherung für alle Hausbesitzer werden, das Risiko auf viele Schultern verteilt und somit auch kostenmäßig tragbarer werden. Die Prämien müssen bezahlbar sein.

Ich fordere die Handelnden im Deutschen Bundestag auf, hier endlich aktiv zu werden. In Gesprächen mit unserem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt konnte dies auch schon thematisiert werden. Rückendeckung wurde uns zugesichert.

Natürlich müssen Wupperverband und Kommune hier die bauliche Vorsorge verbessern und der Versicherungsfall ist bestenfalls zu verhindern. Doch im Schadensfall dürfen Eigentümer nicht alleine gelassen werden.