Schlagwort: Sektorenkopplung

Solarenergie – Garant für die Wende?

Bedauerlicherweise bekam die deutsche Solartechnologie vor einigen Jahren einen Knick, doch ging sie glücklicherweise nicht völlig unter. Einige Firmen hielten durch und stehen heute besser denn jemals zuvor im Saft – oder besser besagt im Sonnenschein des Lebens.

So werden heute z.B. Solarpanele für europäische Dächer in Deutschland entwickelt und sogar gefertigt, die weltweit für Qualität und Maßstab stehen. Made in Germany ist hier immer noch, oder sagen wir wieder (?), ein Qualitätsmerkmal, welches nicht unbezahlbar sein muß. Und wenn Lieferanten ihr Produkt mit bis zu 30 Jahren Garantie ausstatten, dann macht das Mut und Hoffnung für die Zukunft. Immerhin werden die Paneele ja nicht nach 30 Jahren ausfallen oder von den Dächern entfernt werden müssen.

Im Juni werden z.B. 200 000 Solarzellen vom Band einer Solarzellenfabrik in Thalheim (Sachsen-Anhalt) laufen. Arbeitsplätze auf dem 27 000 qm Flächenareal sind gesichert und helfen mit, die Energiewende und somit auch Verkehrswende zu treiben.

Hauskraftwerke (Kombisysteme aus Konvertern, Stromspeicher und Steuerung) werden z.B. in Oldenburg geplant und in Wetter/Ruhr gefertigt.

Es muß Ziel sein, daß bald von jedem deutschen Gebäude – bei entsprechender Eignung – eine Photovoltaikanlage leuchtet. Schon lange ist diese kein Statussymbol mehr, sondern vielmehr Ausdruck für die Wende.

Ein Blick in den Alltag

Schauen wir uns doch nur mal einen mittleren Haushalt an. Ein Stromverbrauch der klassischen Familie Vater, Mutter und 2 Kinder benötigt ungefähr 4.000 kW/Jahr. Dieser sog. Komfortstrom wird verbraucht für Licht, Kochen und Haushaltsgeräte. Bekäme dieses Haus nun eine Photovoltaikanlage aufs eigene Dach mit sagen wir 4 – 5.000 kWp, dann würde diese Familie ungefähr 4 – 5.000 kW/Jahr ernten können ohne einen Finger krumm zu machen und ohne diesen Strom einkaufen zu müssen. Bilanziell wäre sie sogar autark und hätten keine Stromkosten mehr, was so natürlich nicht ganz funktioniert.

Doch mit einem Stromspeicher könnte man die Bilanz aufwerten und so einen Autarkiegrad von real 70 % erreichen, was die Stromkosten dann leicht um ~ 80 – 100 Euro pro Monat senken würde. Geld, welches eine Familie sicherlich gut anzulegen wüßte. Schöne neue Welt.

Darum ist es auch Ziel der Politik, hier Eigentümern (Privathaushalte, wie auch Vermietern und Gewerbe) diesen Schritt zu erleichtern. In NRW gibt es Fördertöpfe von 150,00 € pro kW Speicher, was sich bei einer kleinen Batterie von 6,9 kW schon deutlich im Preis bemerkbar macht.

Zuviel erzeugter Strom geht nicht verloren und kann in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dies entlastet zusätzlich die großen Netzbetreiber und erspart uns in der Masse das eine oder andere fossile Kraftwerk. Die Umwelt dank es uns. Die Netzbetreiber bedanken sich mit ca. 8 Cent/kWatt auf das Konto des Anlagenbetreibers und kann diesen Strom an den nächsten Nachbarn direkt vermarkten. Eine WinWin Situation.

CDU Generalsekretär Paul Ziemiak machte bei der Eröffnung der Fabrik in Sachsen-Anhalt deutlich “Die Solarenergie ist einer der Garanten für den Ausbau erneuerbaren Energien”. In Thalheim entsteht die größte Produktion von Solarzellen in Europa. Derzeit speisen rund 30.000 Megawatt aus Solardächern und Feldern in das Stromnetz ein. Dies entspricht etwa 9 % der Bruttostromerzeugung. Doch ist dies nicht genug.

Je größer die Photovoltaikanlagen in den Haushalten, desto sicherer wird das vorhandene Netz für die Zukunft gerüstet sein. Deutschland wird nicht weniger Strom brauchen. Darum muß das Netz umgebaut und dezentralisiert werden. Ähnlich der Funktionsweise des Internets (viele kleine und große Provider) muß auch die Energie intelligenter werden. Möglichst viele Haushalte brauchen ein eigenen Hauskraftwerk und Photovoltaik ist ein Schlüssel dazu.

Sektorenkopplung als Ziel

Im Ergebnis wird dann die Sektorenkopplung (Verbindung von Komfortstrom, Mobilität und Wärme) das Ziel und Ergebnis von zukunftsweisender Politik sein. Von dem kleinen Balkonkraftwerk bis zur großflächigen Photovoltaikanlage reichen die Möglichkeiten. Die Technologie steht bereit, sogar Made in Germany, und selbst Speichersysteme mit kundenhandhabbaren Systemen stehen zur Verfügung.

Ich würde es begrüßen, wenn in naher Zukunft elektrisch betriebene Fahrzeuge durch die Straßen surren würden, wir den Strom vom Dach tanken könnten und beim Einkauf oder Urlaub überall schnell und bequem nachladen könnten. Wenn im Winter die Heizung nicht mehr aus dem Schornstein stinken würde, sondern über Infrarotflächen die Raumtemperatur angenehm machen würde und im Ausnahmefall von einer Wärmepumpe unterstützt werden würde.

Nun ja, dies liegt in einer fernen Zukunft. Tut es das? Nein, hier ist jeder Einzelne gefragt. Vom Balkonkraftwerk bis hin zu einer kompletten Modernisierung des eigenen Energiemanagments ist hier jeder Einzelne gefordert. Und dazu braucht es auch eine intelligente Politik. Und hier hat die CDU das Heft in der Hand. Wirtschaft und Ökologie gehören untrennbar zusammen. Dafür stehe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten ein. Strom ist Mittel der Zukunft. Mittel und Wege gibt es zuhauf – und wir werden hier noch mehr erleben.