Schlagwort: Radverkehrskonzept

Wuppertal wird Fahrradstadt bis 2025

Diese vollmundige Überschrift sauge ich mir nicht aus den Fingern; ist es doch der ausdrückliche Wille, wie er im Rat der Stadt Wuppertal beschlossen worden ist. Grundlage hierfür war ein verwaltungstechnischer Vorgang, wie er üblicherweise vor einem jeden Ratsbeschluß abläuft. Fachbereiche der Verwaltung und die betroffenen Bezirksvertretungen werden informiert und um deren Expertise gebeten. Diese Informationen münden in einem Ratsbeschluß.

Grundlage für den Ratsbeschluß ist diese Drucksache VO/0256/19, die auch der Öffentlichkeit vorgelegen hat. Nachzulesen im RIS (dem Ratsinformationssystem -> ris.wuppertal.de)

Warum die Ablehnung eines weiteren Antrages einer einzelnen Fraktion?

Die Fraktionen der CDU, der SPD und auch der FDP stehen, soweit mir bekannt ist, auch weiterhin zu dem umfangreichen Radverkehrskonzept. Handelt es sich hierbei doch nicht etwa nur um einen DIN-A4 Beschluß im 08/15-Format, der einseitig und einsilbig einen schwachen Willen bekundet. Vielmehr handelt es sich hier um eine ausführliche Projektbeschreibung, die auf 144 Seiten den nahezu gesamten Verkehrsbereich Wuppertals betrachtet und mit konkreten Baumaßnahmen versieht.

Dieser umfangreiche Auftrag erging 2019 an die Verwaltung mit dem Ziel der Umsetzung. Manches ist auch bereits geschehen. Zugegebenermaßen ist da noch reichlich Luft nach oben, doch angesichts der Größe der Projektes und der leider nur kleinen Mann/Frauschaft in der Verwaltung, die dieses Projekt treiben darf, kann man mit Fug und Recht sagen: Wir sind auf dem Weg.

Wir haben uns in der Fraktion darauf besonnen hier nicht der Verwaltung mit zusätzlichen Anträgen die Einzelmaßnahmen herauszupicken und beliebig Druck auf das Team auszuüben. Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ein Mammutprojekt zu stemmen. Dabei wäre es unfair, nur aus politischem Profilierungsdenken heraus diese “Macher der Verkehrswende” mit zusätzlichen Anträgen zu bombadieren. Letztendlich hängt die Arbeit doch an diesen Personen. Der politische Wille und Auftrag ist erfolgt. Jeder zusätzliche Auftrag des Rates fordert zusätzliche Aufmerksamkeit und muß zusätzlich bearbeitet werden. In diesem Fall wäre dies nun wirklich kontraproduktiv. Dies wurde im Rat auch entsprechend in der Debatte beschrieben, aber leider nicht von allen so angenommen. Die Ablehnung des Antrages war die logische Konsequenz.

Dankbarkeit statt Schelte

Wir sind dankbar für den Eifer der Sachbearbeitungsteams und wollen mit unserer Ablehnung des Antrages von Bündnis90/Die Grünen diesen eigentlichen “Machern der Verkehrswende” in der Verwaltung unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Ohne ihre Arbeit blieben unsere Beschlüsse reine Theorie.

Als Mitglieder im Verkehrsausschuß haben wir natürlich ein Auge auf die Fortschritte unserer Aufträge, doch mit Aufmerksamkeit und einem konstruktiven Dialog ist hier sicherlich das angestrebte Ziel auch bis 2025 erreichbar.

Schon heute fahre ich persönlich nicht wenige Strecken mit dem Rad – u.a. auch von Cronenberg nach Barmen, Vohwinkel etc. und sehe da noch manch einen Bedarf. Ich habe viele Wünsche, doch schon heute kann man gut manch eine Wegstrecke mit dem Rad erledigen. Auch wenn wir nicht im flachen Münsterland wohnen, so ist das Fahrrad ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Es dient der Gesundheit, macht Freude und schont die Umwelt. Die Verkehrswende alleine kann rein rechnerisch das Klima nicht retten, doch immerhin einen Beitrag dazu leisten. Darum bleibt das Radverkehrskonzept ein wichtiger Baustein im politischen Willen. Packen wir es an.