Liebe Greta,

ich habe mehr als nur Verständnis für deine Besorgnis, weil es um deine Zukunft geht. Auch ich bin nicht einverstanden, wie wir alle mit unserem Heimatplaneten umgehen, weil ich weiß: Wir haben keine Alternative. Es gibt nur diese EINE Erde.

Wo ich aber massiv widersprechen muß, ist, daß ich/wir deine Kindheit und deine Träume zerstört haben sollen. Ich hoffe doch sehr, daß deine Eltern sich um deine Kindheit gekümmert haben und dich umsorgt und behütet haben. Ist deine Kindheit zerstört, dann sprich mit deinem Vater und deiner Mutter.

Es liegt auch in der Natur der Sache, daß sich Träume nicht immer erfüllen. Als Erwachsene haben wir schon alle erleben müssen, wie Träume wie Seifenblasen platzten. Doch das nennt man „Leben“. Im nachgang ist es manchmal sogar gut, wenn ein Traum nicht wahr wird – manchmal weiß man später sogar, warum dies gut war. Dies nennt man dann Lebenserfahrung.

Nun bist du heute kein Kind mehr und reifst zu einer jungen Frau heran. Dein Bemühen, hier „die Erwachsenen“ aufzurütteln ist ehrenwert und darf nicht gering geschätzt werden.

Doch vergiß nicht: Umweltschutz fängt bei jedem Einzelnen an. Man darf nicht Forderungen stellen und dabei selbst daneben stehen und seinen Aschenbecher am Straßenrand entsorgen oder Plastikbecher nur einmal benutzen oder mit PS-Protzen mal eben 10 oder 20 Liter Benzin auf 100 km verbrennen oder Bio-Gemüse in Plastik verschweißt kaufen … oder … die Liste ist endlos. …

Niemand kann alleine die Welt retten. Demonstriert weiter. Macht Lärm und zeigt echte Mißstände auf und dann zeigt uns auch, wie es besser laufen könnte und lebt es vor. Dann werden wir alle gemeinsam unsere Erde ein stückweit besser machen. Was in den letzten 100 Jahren falsch gelaufen ist, kann umgekehrt werden – doch vergessen wir auch nicht, daß unser aller Wohlstand und Komfort einen Preis hat.

Versprochen

Holger Reich, Wuppertal