Mir ergeht es aktuell, wie wohl zahllosen Anderen, die in der einen oder anderen Weise an Homeoffice oder einfach Home ohne Office gefesselt sind. Begriffe, wie “Ausgangssperre” und “Kontaktverbot” wecken manch unangenehme Assoziationen.

Auf die Diskussion von Ursachen und Verschwörungstheorien will ich mich hier ganicht erst einlassen. An allen Fronten wird gestritten und auch manchmal der Boden der Sachlichkeit verlassen. Umso angenehmer empfinde ich das ruhige und besonnene Agieren unserer aktuelle Regierung in Gestalt der Kanzlerin. Wie hat sich diese “graue Maus” doch zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Während in Italien der Notstand ausgebrochen zu sein scheint, erleben wir in Deutschland noch ein halbwegs gefaßtes Miteinander.

Abgesehen von einigen Panikeinkäufern ist die Masse derer in Deutschland doch recht gefaßt und hält sich diszipliniert an die erforderlichen Maßnahmen. Besonders hart treffen hier die Maßnahmen natürlich die Selbstständigen und Kleinünternehmer, die plötzlich ohne die Möglichkeit der Einnahmen überrascht wurden. Doch hier werden diese auch nicht alleine gelassen und die Regierung versucht zu helfen. Gerechtigkeit zu erwarten, wäre wohl ein überhöhtes Ziel in der Kürze der Zeit, doch erste Hilfen sind auf dem Weg … und nachgeregelt werden kann immer noch.

Ich selbst sitze hier in einer Rehamaßnahme und erlebe hautnah, wie sehr der gewohnte Komfort eingeschränkt und die Bewegungsfreiheit genommen werden kann. Doch hier zu verzagen oder gar aufzubegehren wäre doch der vollkommen falsche Weg. Natürlich kann ich als medizinischer Laie nicht alle Maßnahmen verstehen – vielleicht sind auch nicht alle so “wasserdicht” – doch ist unser Land an Pandemien nicht gewöhnt und muß als Nation lernen damit umzugehen. Cortona ist nicht die letzte Welle, die uns erfaßt hat.

Doch anstatt zu maulen oder gar in wilden Theorien zu ergehen, sollten wir uns auf das Wesentliche besinnen. Welche Grundwerte sind denn wirklich wichtig? Muß man denn wirklich auf Biegen und Brechen dieses oder Jenes haben oder nutzen können, um ein lebenswertes Leben zu führen? Jammern wir nicht alle auf einem sehr hohen Niveau? Wäre es nicht an der Zeit, einen Blick auf den Nachbarn zu werfen und zu schauen, wie es ihm so geht? Manchmal reicht schon der Griff zum Telefon, um für einen Menschen den Tag zu verschönern. Löblich auch das Engagement der jungen Leute, die hier Einkaufshilfen anbieten – nur so als Idee …

Nicht die Frage, was Andere für mich tun müssen, sondern was ICH vielleicht tun könnte, dürften die neuen Impulse für diese Tage sein. Corona mag eine furchtbare Botschaft mit sich tragen, doch man kann es auch als Chance begreifen, hier ganz neu nachzudenken. Sich neu zu erden und auf Wesentliches zu besinnen. Diese Botschaft gehört nicht in die Kirchen alleine – sie gehört mitten in unseren Alltag, um zum gemeinsamen Nutzen zu sein.

Carpe diem 🙂