Kategorie: Religionen

27 Januar – Holocaust Gedenktag

Noch gibt es Zeitzeugen und noch können wir Menschen befragen, die diese schreckliche Zeit miterleben mußten. Furchtbar ist, was Menschen Menschen antun können – und es auch getan haben.

Auch in unserem schönen Bergischen Land gibt es Orte des Erinnerns, die von dieser Zeit berichten.

Darum ist es ein gutes Zeichen, wenn wir uns auch heute noch – viele Jahrzehnte später – an die Ereignisse erinnern. Nicht um Schuldgefühle aufzuwühlen. Vielmehr ist es eine Chance zu erkenne, wozu Menschen fähig waren – und noch sind. Darum rufen wir auch zur Wachsamkeit auf. Jeder Mensch ist zu allem fähig, wenn die Umstände und Gelegenheiten dies ermöglichen. Darum dürfen wir heute mahnen, erinnern und den Blick auf unsere Zeit lenken.

Gibt es heute vielleicht ähnliche Möglichleiten, Verhältnisse, Geisteshaltungen? Dann ist es unsere heilige Pflicht dort einzuschreiten. Leid geschieht nicht alleine durch die Täter – sondern ebenso durch die Menschen, die dazu schweigen und wegschauen.

Opfer sind immer „die Anderen“ – Menschen, die man nicht versteht, kennt und schlußendlich verachtet. Doch dies darf nicht zum Alltag werden. Jeder Mensch verdient die Achtung seiner ihm verliehenen Würde. Wertschätzung ist noch nicht die Liebe, die uns das Christentum ans Herz legt, doch ist sie ein guter Anfang.

Wir wollen hinschauen, laut rufen und einschreiten, wenn Unrecht geschieht. Im Kleinen wie im Großen. Zivilcourage ist eine Aufgabe für Jedermann. In der Politik tätig oder als schlichter Wähler.

Toleranz und Schutz des Judentums

Das Judentum ist seit vielen hundert Jahren ein Bestandteil der deutschen Geschichte. Lange bevor es den Staat Israel wieder gab, lebten Juden unter uns. Nicht immer war das Zusammenleben frei von Konflikten und verachtungswürdigem Verhalten, doch heute wissen wir es besser.

Juden gehören zu Deutschland. Ihr Art zu leben und zu glauben braucht unseren Schutz und es tut gut, sich mit ihnen zu beschäftigen. Nur das Fremde macht Angst. Aus der Nähe findet man manch eine Gemeinsamkeit. Basiert das Christentum doch auf den Zusagen aus dem Alten Testament. Ohne Alten Bund gäbe es den Neuen Bund nicht.

Und so habe ich mit Freude am Chanukkafest heute teilgenommen. Das Anzünden der fünften Kerze (von insgesamt 8) wird alljährlich in den Familien und Synagogen gefeiert. Und nun auch in Wuppertal öffentlich. Welch ein schönes Signal. Nächstes Jahr soll es wieder stattfinden. Gut so. Shalom.