Kategorie: Meinung

Aufregerthema BUGA 2031 ?

In den letzten Wochen wurde ich recht häufig auf die Bundesgartenschau 2031 angesprochen und wie denn die CDU dazu stände. Ich spreche hier nicht für “die” CDU, weder die in Wuppertal noch die Deutschland CDU. Doch ich spreche hier für mich, meine Wahrnehmung, meine Einschätzung und meinen aktuellen Wissensstand.

Als Familie haben wir in den letzten 40 Jahren zahlreiche Entscheidungen gehabt, die wir im Familienkreis beraten und letztendlich getroffen haben. Große und auch kleinere Entscheidungen, die einen wesentlichen Einfluß auf Jahrzehnte gehabt hatten und haben. Verträge wurden gezeichnet und Zusagen getroffen, die wir dann gemeinsam getragen haben.

In der großen Politik Wuppertals ist es ebenso – oder zumindest ähnlich. Nur ist die Familie etwas größer; mit 80 Stadtverordneten auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen ist nahezu unmöglich. Wer mit drei Kindern einen Urlaub planen möchte kann dies vielleicht nachvollziehen. Viele kleine Entscheidungen müssen dann in einen großen Plan passen und das Ganze muß bezahlbar bleiben.

Die Dimensionen

Und so eine Entscheidung über die BUGA 2031 ist ganz sicher keine Kleinigkeit. Und doch muß sie in ein Gesamtbild passen und das möglichst zielgenau.

Zur Information: Aktuell beraten wir im Stadtrat über ein Gesamtvolumen für den kommenden Haushalt von etwa 1,5 Milliarden Euro. In der Warteschlange der Anspruchsteller stehen nahezu unendliche Wünsche und Bedarfe. Da gibt es die sogenannten “Pflichtaufgaben“, die wir als Stadt dem Bürger schulden. Schulen, Kindergärten, Kultur, Verwaltung, Straßenverkehr und Sicherheitsleistungen sind hier nur ein Teil der Pflichten, die zu erfüllen sind. Und jeder Ressortleiter hat hier seine Hausaufgaben gemacht und die Ansprüche angemeldet.

Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Aufgaben, die nicht Pflichtaufgaben sind und dennoch von Bedeutung für Wuppertal sind. Das wohl berühmteste Beispiel ist hier sicherlich das Pina-Bausch-Tanztheater. Hier hat sich bereits vor Jahren der Rat entschieden, dies zu erhalten und zu fördern. Sicherlich eine gute und langfristige Entscheidung mit internationaler Strahlkraft. Trotz einer massiv angestrengten Haushaltslage ist es uns bislang gelungen hier Werte zu erhalten. Weitere nichtpflichtige Aufgaben fallen mir grad nicht ein.

Der aktuelle Haushaltsentwurf beschäftigt sich mit den absolut wichtigen Pflichtaufgaben und macht uns im Rat die Entscheidungen nicht leicht.

Der Ballanceakt hat begonnen

Könnte man nun die angemeldeten Bedarfe der Fachbereiche einfach “durchwinken” und die Auszahlungen im Rat freigeben, dann wäre dies ein Traum. Doch zum Träumen bleibt keine Zeit und auch kein Raum. Die Zahlen sprechen gegen uns. Es stehen große Projekt an, die dringend entschieden werden müssen. Eine siebte Gesamtschule muß gebaut werden (ca. 70 Mio.) mehrere Feuerwachen müssen sofort gebaut werden (eine davon in Cronenberg), Rettungswachen fehlen, das Straßen- und Wegenetz erfordert dringend eine Sanierung und Umgestaltung im Sinne einer klugen Verkehrswende. Doch dazu bedarf er Planung, Planer und Handwerker, die schwerlich zu bekommen sind – und die Kosten steigen nahezu täglich.

Soll ich an dieser Stelle auch vom Krieg um die Ukraine sprechen? Von aktuell etwa 4.000 Flüchtlingen, die wir alleine in Wuppertal bereits aufgenommen haben? Täglich werden es mehr. Und wir wollen diese Menschen nicht ignorieren. Doch Hilfe erfordert auch Geld – viele Geld, welches gut investiert ist. Und so will ich nur auf die Inflation verweisen, die wir dem russischen Angriff zu “verdanken” haben. Lebensmittelpreise und nicht zuletzt die Energiepreise stiegen für uns alle. Einnahmen der Kommunen werden durch Steuersenkungen, HIlfsleistungen und letztendlich auch verminderte Gewerbesteuereinnahmen verringert; die Kosten bleiben oder explodieren sogar.

Und jetzt kommt die BUGA?

Inmitten dieser Gemengelage wird der Wunsch nach einer Bundesgartenschau von einigen Vertretern aus Politik und Gesellschaft gefordert. Grundsätzlich ist auch gegen ein solches Projekt nicht zu sagen. Doch hat sich hier – aus teils verständlichen Gründen – eine Bürgerinitiative GEGEN die BUGA aufgestellt und einen Bürgerentscheid angestrengt. Lassen wir hier die verwirrende Fragestellung einmal außen vor. Diese wurde an anderen Stellen reichlich kommentiert und erklärt.

Wird sich die Bürgerinitiative durchsetzen, dann erübrigt sich eine weitere Diskussion zu diesem Thema (vorerst). Doch egal wie es ausgeht, ich bleibe bei meiner Ablehnung der BUGA 2031 aus rein finanziellen Gründen. Wir – die Stadt Wuppertal – hat aktuell keine Mittel, um diese Schau zu finanzieren. Das Risiko ist zu groß und eine Notwendigkeit nicht gegeben. Vorträge über Visionen sind da wenig hilfreich.

Niemand verbietet uns als Stadtgesellschaft, die Stadt weiter zu entwickeln und zu gestalten. Eine BUGA wäre zwar ein Weg, dies zu tun, doch ganz sicher zu kurz gezielt. Wer mit Sicherheit verdient, wäre die BUGA-Gesellschaft, das Risiko läge zu 100 % bei den Bürgern Wuppertals. Fördermittel beantragen ginge auch weiterhin. Brückenbauen ist weiterhin möglich. Brachflächen zu entwickeln ist nicht verboten und so werden wir auch ohne eine BUGA unser Wuppertal gestalten können. Sicherlich viel Kleinteiliger, als ein Prestigeprojekt BUGA, aber besser zu kontrollieren und nicht weniger wertschöpfend.

Mein Weg

Ich plädiere an dieser Stelle für eine seriöse Finanzierung für wichtige Projekte innerhalb Wuppertals. das wenige vorhandene Geld muß mit Zuschüssen ergänzt in unsere Infrastruktur investiert werden. geht es uns finanziell besser, dann kann man über eine BUGA noch einmal nachdenken – aber vorher nicht. Ich möchte nicht wieder mit Vollgas in eine Haushaltssituation steuern, die uns jeglichen Gestaltungsrahmen unterbindet.

Versicherungsschutz muß bezahlbar werden

Im Juli 2021 erlebten zahlreiche Hausbesitzer in Deutschland, wie wichtig es ist, den richtigen Versicherungsschutz zu haben. Ähnlich wie bei Kfz-Versicherungen gibt es da durchaus Unterschiede, die im Schadensfall erheblich sein können.

Ganz besonders schlimme Bilder haben wir aus dem Ahrtal gesehen, doch auch in Wuppertal und Solingen gab es Schäden, die für manch einen Bewohner durchaus ruinöse Auswirkungen dokumentierten. Keller liefen in wenigen Minuten voll und selbst in den Erdgeschossen stand das Wasser und zeigte seine zerstörerische Wirkung.

So ganz diese Ereignisse ausschließen ist menschlich unmöglich. Erdrutsche, Hagelschäden, Flutereignisse, Überschwemmungen und andere Wetterphänomene können wir nie völlig ausschließen und somit ist eigentlich grundsätzlich jeder Eigentümer eines Hauses hier potentiell betroffen.

Ich bin nur froh, wenn letztendlich nur Gegenstände beschädigt oder zerstört werden und nicht Menschenleben betroffen sind, was leider auch 2021 mancherorts zu beklagen war.

Bewunderung für Helfer

Lobenswert war in diesem Zusammenhang die Unterstützung der Betroffenen durch Nachbarschaft, kommunale Kräfte (Verwaltung, Feuerwehren, THW etc.) und Diakonie und Caritas. Unbürokratisch und spontan standen die ersten Helfer bereits Stunden nach dem Ereignis bereit anzupacken. Hier wurden Helden geboren, die in aller Stille, ohne viel Aufhebens anpackten und oft bis zur Erschöpfung schleppten, schippten oder anderweitig mit zupackten.

Versorgungsnotstand durch Versicherer

Nur die finanzielle Seite der Versicherungen hatte sich hier bei den meisten Anwohner aus der Verantwortung gezogen. Etlichen Hausbesitzern wurden die Option “Elementarversicherung” aufgekündigt oder in machen Fällen erst garnicht angeboten. Juristisch ist diese Arbeitsweise sicherlich einwandfrei und nicht zu beklagen.

Dennoch entspricht dies nicht meinem Verständnis für eine Solidargemeinschaft, die so eine Versicherung nun einmal darstellt. man kann doch nicht, wie in diesen Fällen, die Risiken ablehnen und nun für eine Art Grundversicherung einstehen.

Im Vergleich: So eine Grundversicherung ist schon für unter 300 Euro/Jahr zu haben. Für die Anwohner z.B. der Kohlfurth gibt es aber keine Elementarversicherung oder aber für etwa 1.200 Euro/Jahr (wenn überhaupt) nur für Gebäudeversicherung – also ohne den Hausrat. Hier muß der Gesetzgeber dringend aktiv werden. Die Elementarversicherung muß zu einer Pflichtversicherung für alle Hausbesitzer werden, das Risiko auf viele Schultern verteilt und somit auch kostenmäßig tragbarer werden. Die Prämien müssen bezahlbar sein.

Ich fordere die Handelnden im Deutschen Bundestag auf, hier endlich aktiv zu werden. In Gesprächen mit unserem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt konnte dies auch schon thematisiert werden. Rückendeckung wurde uns zugesichert.

Natürlich müssen Wupperverband und Kommune hier die bauliche Vorsorge verbessern und der Versicherungsfall ist bestenfalls zu verhindern. Doch im Schadensfall dürfen Eigentümer nicht alleine gelassen werden.

Politik greift sich an eigene Nase

Vom “Hohle forderungen aufstellen” und leeren Phrasen halte ich persönlich nicht viel – um nicht zu sagen: Nichts. Auch und grade im eigenen Umfeld versuche ich mit Verantwortung für meine Kinder und Enkel mein Leben zu gestalten.

Natürlich habe ich nicht auf alles eine Antwort; doch ein paar Themen habe ich intensiver untersucht: Energiewende, Sektorenkopplung und Verkehr gehören sicherlich dazu. Auch ist mir bewußt, daß ich nicht alleine “die Welt retten” kann und selbst wenn ganz Deutschland alle täte, wäre es nicht genug. Doch nichts zu tun ist keine Option.

Darum betreibe ich auf meinem Dach eine Photovoltaikanlage (die noch ausbaufähig ist), im Keller ein Hauskraftwerk mit Speicher und nun kommt das erste Modul der Sektorenkopplung hinzu; Mein E-Auto.

Exkurs: Unter Sektorenkopplung versteht man die Verknüpfung von Photovoltaik für den Eigenbedarf, Mobilität und Wärme. Überall also regenerative Energieversorgung, Dezentralisierung und Autarkie.

Mit einem Stromverbrauch von 13 bis 14 kW/100 km fahre ich günstig und im Idealfall mit dem Strom vom eigenen Dach direkt in den Speicher des PKW. Ich fahre sehr gerne mit meinem Rad und erledige so manches auf diese Weise. Doch einen PKW brauche ich auch (noch). Leider ist der ÖPNV noch nicht so gut ausgebaut und alternative Transportmöglichkeiten noch recht jung in den Kinderschuhen.

Ich denke da an ein ausgebautes Netz an Car-Sharing ebenso, wie Taxen “on demand”, die man zu jeder Zeit rufen kann und schnell mal eben einen Dienstweg erledigen kann. Warum sollte ein Auto auch den ganzen Tag herumstehen? Aber dies liegt in der Fläche noch im Bereich der Träume, doch erste Anfänge (u.a. durch die WSW) lassen hoffen.

Gleichzeitig wäre ein Ausbau der Ladeinfrastruktur wesentlich für eine intelligent Versorgung. Da wäre z.B. auch die Versorgung mit Strom während des Einkaufs durchaus ein Ziel. Natürlich muß dieser dann per Photovoltaik über einen Speicher dem Kunden zur Verfügung gestellt werden. Hier gibt es schon sehr gute Beispiele, die funktionieren.

Jedenfalls habe ich ein stückweit meine Ziele fixiert und werden weiterhin “die Schöpfung bewahren” und unser aller Erbe verteidigen.

Nach der Wahl – ein Rückblick und mehr

Gerne auch onlineEin Kommentar

Noch laufen in Berlin die Koalitionsgespräche, doch fest steht auch, daß diese Wahl für die CDU überaus ungut gelaufen ist. Hat die Bundespolitik doch sogar durchgeschlagen bis auf die Ebene der Stadtbezirke. Da hilft auch kein Beschönigen. Auch die Cronenberger haben in dem ganzen Gemenge ein deutliches, leider auch ungünstiges Votum, für uns vor Ort abgegeben.

Der bekannte und bewährte Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt wurde diesmal nicht wieder gewählt. Nach 3 überaus erfolgreichen Wahlperioden zog ein Mitbewerber knapp an Hardt vorbei. Der Außenpolitische Sprecher der CDU Fraktion, der sich bislang vorbildlich für seine Wuppertaler Heimat eingesetzt hatte, hat den Einzug in den Bundestag verpaßt. Doch so funktioniert Demokratie. Und dieses Wahlergebnis ist ein Beleg dafür, daß diese Demokratie durchaus noch Biß hat. Mit den Folgen werden wir alle leben müssen.

Auch die Kommunalpolitik muß sich darauf einstellen. Der Wahlkampf ist nicht vorbei. Nun gilt es, den Bürgern noch deutlicher zu beweisen, wer nur Schlagzeilen in den Medien sucht und wer sich wirklich für sie einsetzt. Und die Cronenberger CDU nimmt diese Aufgabe ernst.

Annahme der Herausforderung

Schockstarre ist keine Option. Handeln ist angesagt. Auch wenn alle Mitarbeiter “nur” ehrenamtlich tätig sind, so können diese als Team durchaus wirksam sein. Nicht jede Aktion ist geeignet, dies über große Presseerklärungen in die Welt zu posaunen. Bürgernähe geschieht oft auf “leisen Sohlen”, wenn es um durchaus privatere Dinge und Themen geht. Doch auch die dicken Bretter wollen gebohrt werden. Und dazu stehen wir.

Für manch ein Thema braucht es leider einen sehr langen Atem. Denken wir doch aktuell an die nun endlich vorliegende Denkmalbereichssatzung. Wurde diese doch tatsächlich bereits vor über 30 Jahren beauftragt. Immer wieder mußte diese, vor allem durch die CDU, in Erinnerung gebracht werden und oft deutlich angemahnt werden. Schlußendlich wurde diese dann in diesem Jahr abgeschlossen und vorgelegt. Damit kann man nun arbeiten. Im nächsten Schritt werden wir uns intensiv um die Ortskernplanung kümmern und den öffentlichen Prozeß begleiten. Die aktuell laufende Bürgerbefragung ist ein erster Schritt dazu.

Auch wenn die Cronenberger CDU´ler am 04. November 2021 turnusmäßig den eigenen Vorstand wählen müssen, so bringt dies doch auch frischen Wind in die Arbeit. Die bereits vorliegenden Bewerber lassen dies hoffen. Erstmalig stehen hier etliche junge Leute zur Wahl, was die alten Vorstandsmitglieder zuversichtlich macht. Ich selbst stelle mich gerne auch wieder zur Wahl, was heute abend im Vorstandstreffen mit Freude aufgenommen worden ist. So ganz entgegen dem Bundestrend hatte die CDU Cronenberg doch Zulauf – mehrheitlich durch recht junge Leute zwischen Anfang 20 und Mitte 30. Denn so soll es sein. Jung und alt sitzen in einem Boot, wohnen in einem Ort und können gemeinsam die anstehenden Themen bewältigen. In einem späteren Beitrag werden wir hierzu mehr sagen können und auch die Kandidaten vorstellen.

Spieker rückt in den Landtag nach

Eine andere Veränderung ist ebenfalls aktuell geworden. Der Cronenberger Stadtverordnete und Bürgermeister für Wuppertal Rainer Spieker zieht in den Landtag ein. Grund dafür sind die Auswirkungen der Bundestagswahl, die doch auch gleich Auswirkungen auf das Personenkarussell in Düsseldorf hat. Aufgrund des Prinzips des Nachrückens, kommt Spiecker für die letzten rund 150 Tage in den Landtag. Für uns Cronenberger durchaus eine Chance. Denn sein Mandat als Stadtverordneter will Spieker für die letzten Monate gerne behalten.

Da im nächsten Jahr auch Landtagswahlen stattfinden, ist dies auch eine gute Startposition für Rainer Spieker. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Hier hatte Spiecker sich durchaus schon als hilfreich und einflußnehmender Lokalpolitiker erwiesen. Nicht nur bei der Flutkatastrophe im Juli 2021, sondern auch an etllichen anderen Stellen war er für Cronenberg durchaus wirksam. Hier hatte sich so manchesmal sein Teamplay mit mir, dem anderen Stadtverordneten für Cronenberg, bewiesen.

Mit etwas Glück könnte ein ähnliches Schicksal auch Jürgen Hardt “ereilen”. Mit seinem Listenplatz 22 steht er kurz davor. Die Bundestagsbesetzung reichte immerhin bis zum Platz 21, was die Möglichkeit des Nachrückens durchaus möglich macht. Doch warten wir es einfach ab. Für Cronenberg und den Wahlkreis 103 wäre dies auf jeden Fall ein Segen.

Und die Bundespolitik?

Im Nachgang die ganze Schuld und Verantwortung alleine auf Armin Laschet zu schieben ist billig – und dazu auch falsch. Sicherlich wäre er ein guter Kanzler geworden, denn seine Arbeit in NRW war doch wirklich überzeugend. Doch hier sägten doch einige “Individualisten” am falschen Holzbein. Ich würde mir wünschen, wir bekämen auf allen Ebenen wieder einen Blick für unser bewährtes Profil. Christliche Grundsätze verbunden mit demokratischen Vorgängen haben uns in der Vergangenheit gut getan – und würden der Zukunft auch wieder Sicherheit geben können. Doch dazu gehört eine Erneuerung auf allen Ebenen. Packen wir es an.

In der kommunalen Politik werden wir jedenfalls weiter gemeinsam ringen nach dem Moto: Suchet der Stadt Bestes.

Ist Wasserstoff die Zukunft?

Vor wenigen Tagen haben wir, der Wuppertaler Stadtrat, mehrheitlich beschlossen, die Wasserstoffproduktuktion der WSW mobil GmbH für Wuppertal am Korzert als einen Teil der Gesamtlösung für die Verkehrswende zu postulieren und zu stärken? War dies eine kluge Entscheidung? Ist aus Müllverbrennung gewonnener Wasserstoff grün genug, um für eine Lösung zu sprechen, die tragfähig und verantwortungsbewußt ist? Ist die standortnahe Wasserstoffwirtschaft zu stärken der richtige Weg?

Ich habe mich, unter Abwägung aller wichtigen und mir bekannten Informationen, für eine Förderung und den weiteren Betrieb dieser Anlage der WSW an der Korzert entschieden aus folgenden Gründen:

  1. Grundsätzlich ist Wasserstoff ein geeigneter Energieträger, der als Abfallprodukt aus dem Auspuff ausschließlich Wasser verteilt. Abgase von Diesel oder Benzin fallen also nicht mehr an. Nachteil wäre, die recht hohe Explosionsgefahr, die es zu beherrscht gilt.
  2. Am Ende wird möglicherweise der Wasserstoff eher für Schwerlastverkehr, Busse und spezielle Fahrzeuge die Lösung sein. Die Masse der Verkehrsteilnehmer werden wohl “einfach elektrisch” unterwegs sein. Vom Roller, über das E-Bike bis hin zu E-Auto wird sich die Spanne der Möglickeiten spannen. Weitere Möglichkeiten sind denkbar.
  3. Leider produziert unsere Gesellschaft, wie sie aktuell agiert, eine Menge an Müll. Diese Menge nimmt sogar jährlich zu und wird nach entsprechender Sortierung letztendlich zu einem hohen Anteil verbrannt. Wenn ein Teil dieser Verbrennung zu einem nutzbaren Reservoir an Wasserstoff genutzt werden kann, um aktuell bis zu 10 Verkehrsbusse zu speisen, dann ist dies sicherlich nicht nur ein Experiment, sondern als ein Teil einer Gesamtlösung zu sehen, die Potential hat.
  4. Anzumerken wäre, daß der Müll nicht dauerhaft zur Basis neuer Antriebsstrategien sein darf, was aber auch nicht das erklärte Ziel ist. Wasserstoffproduktion ist auch auf anderem Wege möglich, der wesentlich umweltfreundlicher und “grüner” ist.

Die Verkehrswende ist nötig

Wir dürfen hier nicht zu idealistisch oder ideologisch denken. Natürlich ist die Verkehrswende zwingend erforderlich. Das qualifizierte Miteinander im Verkehrsfluß der Zukunft muß auf einander ganz neu abgestimmt und gesteuert werden.

Der Mensch ist von Natur aus ein mobiles Wesen und Warenstrom und menschliche Mobilität muß neu gedacht werden. Auch wenn wir in Deutschland nur 2 % der weltweiten Emissionen zu verantworten haben und somit dem weltweiten Klimawandel nur einen winzigen Anteil beifügen können, so liegt es in unserer Verantwortung das Unsrige zu tun, den Planeten zu erhalten. Es wäre kein Fehler, hier Vorbild zu werden.

Verkehrswende nicht ohne Energiewende

Eine umweltfreundliche Verkehrswende ist ohne eine Energiewende undenkbar. Atomkraft und Verbrennung von fossilen Energieträgern sind Geschichte und müssen kurzfristig abgelöst werden. Insgesamt gehört unser Umgang mit den Ressourcen in ein komplett neues Konzept, welches weg von zentralen Lieferanten hin zu einem digitalen, intelligenten und sauberem System hinführen muß. Die Infrastruktur liegt bereist zu weiten Teilen vor und ist durchfinanziert worden. Auch die viel gepriesene Windkraft ist nur ein Teil der Gesamtlösung.

Die CDU Cronenberger und weitere Wuppertaler Mandatsträger 2020 besuchen die Wasserstoffanlage Korzert (v.l.n.r.: Rainer Spiecker, Michael-G. von Wenczowsky, Holger Reich)

Schlußendlich muß und wird die Lösung eine elektrische sein. Ein Hebel dazu wird ein dezentrales Netzwerk an Solarparks, Solaranlagen – genauer gesagt Photovoltaikanlagen – auf Einrichtungen und Privathäusern sein. Speicherlösungen für die Eigennutzung, Zwischenspeicher für den Straßenzug oder Häuserblock und Großspeichersysteme, die vielleicht noch in der Erprobung sind werden unser Energiesystem zukünftig tragen. Die Sonne strahlt in unseren Breiten über 1.000 Watt pro Quaratmeter aus ohne uns eine Rechnung zu schicken, ohne Abgase und ohne ein absehbares Ende.

Photovoltaik als Nerv der Energiewende
Photovoltaik als Dreh-und Angelpunkt der Energiewende?

Und hier kommt vielleicht dann auch Wasserstoff (oder Alternativen?) ins Spiel, die der Umwelt weniger oder garnicht schaden. Energie geht nicht verloren, die wird immer nur umgewandelt. Dies gilt es zu erkennen und verantwortungsbewußt damit umzugehen. Jeder Einzelne ist gefordert. Die Politik kann hier nur helfen, Weichen stellen und Möglichkeiten aufzeigen. Wir sind keine Wissenschaftler, keine Ingenieure und selten fachliche Experten, die in den Werkstätten der Wissenschaft wirken. Aufgabe der Politik ist es, daß “Schiff” zu führen und den Experten im Heizungsraum und Technik ihren Platz zu überlassen.

Sektorenkopplung als Lösung

Wir müssen lernen, Energiemanagement völlig neu zu denken. Das Hochjubeln einer einzelnen Technologien ist ebenso falsch, wie das Verdammen einer anderen Technologie. Technik ist immer nur so vollkommen, wie die Menschen, die sie entwickeln oder benutzen.

Am Ende zählt es aber, die verschiedenen Energien miteinander zu verknüpfen und so eine Sektorenkopplung herzustellen (Sektorenkopplung = Verknüpfung von Mobilität, Hausenergie etc. in der Energiewirtschaft), die in einem energetisch sauberem Kreislauf endet. Nicht umsonst strahlt von Wuppertal aus das “Circular Valley” aus.

Dieser Weg ist sicherlich noch lang und auch steinig, doch unabdingbar für uns alle und kommende Generationen. Darum trage ich diesen Entschluß gerne mit und helfe so Zukunft aktiv und sicher zu gestalten.

P.S.:

Dieser Blogbeitrag ist keine wissenschaftliche Arbeit und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Er darf gerne zur Diskussion anregen und nach noch besseren Lösungen suchen helfen.

Corona als Chance begreifen?

Mir ergeht es aktuell, wie wohl zahllosen Anderen, die in der einen oder anderen Weise an Homeoffice oder einfach Home ohne Office gefesselt sind. Begriffe, wie “Ausgangssperre” und “Kontaktverbot” wecken manch unangenehme Assoziationen.

Auf die Diskussion von Ursachen und Verschwörungstheorien will ich mich hier ganicht erst einlassen. An allen Fronten wird gestritten und auch manchmal der Boden der Sachlichkeit verlassen. Umso angenehmer empfinde ich das ruhige und besonnene Agieren unserer aktuelle Regierung in Gestalt der Kanzlerin. Wie hat sich diese “graue Maus” doch zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Während in Italien der Notstand ausgebrochen zu sein scheint, erleben wir in Deutschland noch ein halbwegs gefaßtes Miteinander.

Abgesehen von einigen Panikeinkäufern ist die Masse derer in Deutschland doch recht gefaßt und hält sich diszipliniert an die erforderlichen Maßnahmen. Besonders hart treffen hier die Maßnahmen natürlich die Selbstständigen und Kleinünternehmer, die plötzlich ohne die Möglichkeit der Einnahmen überrascht wurden. Doch hier werden diese auch nicht alleine gelassen und die Regierung versucht zu helfen. Gerechtigkeit zu erwarten, wäre wohl ein überhöhtes Ziel in der Kürze der Zeit, doch erste Hilfen sind auf dem Weg … und nachgeregelt werden kann immer noch.

Ich selbst sitze hier in einer Rehamaßnahme und erlebe hautnah, wie sehr der gewohnte Komfort eingeschränkt und die Bewegungsfreiheit genommen werden kann. Doch hier zu verzagen oder gar aufzubegehren wäre doch der vollkommen falsche Weg. Natürlich kann ich als medizinischer Laie nicht alle Maßnahmen verstehen – vielleicht sind auch nicht alle so “wasserdicht” – doch ist unser Land an Pandemien nicht gewöhnt und muß als Nation lernen damit umzugehen. Cortona ist nicht die letzte Welle, die uns erfaßt hat.

Doch anstatt zu maulen oder gar in wilden Theorien zu ergehen, sollten wir uns auf das Wesentliche besinnen. Welche Grundwerte sind denn wirklich wichtig? Muß man denn wirklich auf Biegen und Brechen dieses oder Jenes haben oder nutzen können, um ein lebenswertes Leben zu führen? Jammern wir nicht alle auf einem sehr hohen Niveau? Wäre es nicht an der Zeit, einen Blick auf den Nachbarn zu werfen und zu schauen, wie es ihm so geht? Manchmal reicht schon der Griff zum Telefon, um für einen Menschen den Tag zu verschönern. Löblich auch das Engagement der jungen Leute, die hier Einkaufshilfen anbieten – nur so als Idee …

Nicht die Frage, was Andere für mich tun müssen, sondern was ICH vielleicht tun könnte, dürften die neuen Impulse für diese Tage sein. Corona mag eine furchtbare Botschaft mit sich tragen, doch man kann es auch als Chance begreifen, hier ganz neu nachzudenken. Sich neu zu erden und auf Wesentliches zu besinnen. Diese Botschaft gehört nicht in die Kirchen alleine – sie gehört mitten in unseren Alltag, um zum gemeinsamen Nutzen zu sein.

Carpe diem 🙂

Warum ich mich für die CDU entschieden habe

Ein paar ganz private und persönliche Worte

Aktuell bin ich 60 Jahre alt und ebenso lange war ich ein eher unpolitscher Mensch – zumindest was Parteipolitik angeht. Ich ging seit meinem 18ten Lebensjahr brav zu den Wahlen. Zuerst einmal SPD (weils der Papa als Bergmann – ja auch wohl machte) und dann meistens CDU, als das geringere Übel. Meckern ohne zu wählen war mir immer schon zu wenig. Beruf und familie ließen wenig Zeit für parteipolitisches Engagement. Dann aber trat ich nach intensivem Abwägen im März 2018 der CDU bei und treffe des Öfteren seitdem auf ungläubige Gesichter.

“Wie kann man sich nur für die CDU entscheiden?” oder “Willst du sich wirklich mit den Alten identifizieren?” oder “Bist du nicht zu jung, um hier deine Energie einbringen zu wollen?” – so oder so ähnlich prallte ich auf manch eine Frage. Wobei mir auffiel, daß hier die CDU oft mit der SPD in einem Atemzug genannt worden ist. Parteipolitik genießt oft keinen guten Ruf.

Wie alles begann

Am Anfang stand bei mir ein Gefühl der Unzufriedenheit mit “denen da oben”. Ein Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den großen Entscheidungen, die vornehmlich in Berlin getroffen worden sind.

Einzelne Richtungsentscheidungen und der eine oder andere Skandal hinterließen ein Geführl der Ohnmacht. Doch sollte das nicht so bleiben. Immerhin gab es in der Nachkriegsjahren durchaus auch Politiker, deren Wirken sich positiv auf unser Miteinander auswirkte. Dem will ich nachstreben.

Früher war nicht alles besser

Ich gehöre zu der Generation, die noch in den Ruinen des (hoffentlich) letzten Weltkrieges spielten. Was wir als Kinder dort fanden, war keine heile Welt – und dennoch spielten wir mit allem, was uns in die Finger kam. Manches läßt mich heute noch erschaudern, wenn ich denke, meine Enkel täten dasselbe heute. Auch die Luft im Ruhrgebiet war absolut nicht sauberer. Wenn Mutter die Wäsche im Hof aufhängen wollte, dann schaute sie erst auf den Kalender: Würde die Kokerei heute “abblasen”? und die Wäsche einfärben? Die Wohungen waren kleiner, die Zimmer sowieso und nicht jedes Kind hatte eigenes Zimmer und und garnicht Fernseher. Das gesamte Spielzeug paßte in einen einzigen Karton – und das reichte völlig aus.

Blick nach vorne

Vom Typ her bin ich ein lösungsorientierter Mensch mit recht wenigen Eitelkeiten. Nur zu nörgeln wie Statler und Waldorf (aus der Muppet Show) hatte ich mir nicht zum Ziel gesetzt. Ich wollte mich einmischen und wenn nötig auch unbequem sein. “Everybodies darling” war mir sowieso nicht in die Wiege gelegt. Und so habe ich mich auf die Suche gemacht. Grundlagenforschung war angesagt. Und so habe ich die Basics der Parteienlandschaft untersucht und mit meiner Wertevorstellung, Weltanschauung und Erfahrung abgeglichen.

Im Endspurt

Zuletzt blieb ich meinem christlichen Weltbild dann doch treu und fand in der lokalen Politik auch Menschen, mit denen ich hoffentlich hier in meinem Cronenberg. Inwieweit die CDU tatsächlich noch dem christlich-jüdischen Weltbild verpflichtet ist, lasse ich hier mal offen. Auch unser Stallgeruch ist hier nicht mehr so eindeutig, wie er mal geplant sein mag.

Doch irgendwann muß die Entscheidung mal fallen. Nach 58 Jahren wurde es auch mal Zeit. Ich habe ein Packende genommen und werde nun mitmachen. Wie weit ich komme und was ich noch schaffen kann, will ich hier nicht vollmundig ankündigen oder versprechen. Nur eines ist sicher: Ich stehe für das “C” in CDU (und danach auch noch für das “D” für Demokratisch). Lernbereit und zupackend will ich für meinen Ort, wo ich stehen darf, antreten für meine Mitmenschen und unser alle Enkel langfristig eine Zukunft zu sichern; immer den Blick auf das uns anvertraute Gut zu haben in dem Bewußtsein, daß man mich zur Rechenschaft ziehen wird. Wenn ich am Ende dann Treue bewahrt habe, dann wäre es schon genug.

Ich möchte denen danken, die mir bereits ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Vielleicht finden sich noch mehr Menschen, die hier ein Packende suchen? Gerne helfe ich weiter, das Richtige zu finden.

Dieser kleine Beitrag ist keine Lebensbeichte. Auch keine Rechtfertigung. Vielmehr soll er dem Leser Mut machen über seinen Weg nachzudenken und zu den Zupackenden zu gehören. In der letzten Zeit machen Schreihälse auf sich aufmerksam, die die (teils vermeintlichen) Verfehlungen der Altparteien aus der Vergangenheit mit einem verschrobenen Geschichtsverständnis gepaart mit Unwahrheiten kombiniert herausposaunen. Lassen wir uns von den falschen Posaunen nicht in den falschen Krieg führen. Säbelgerassel hat noch niemals Frieden gebracht. Riskieren wir es nie wieder. Was unsere Vorfahren erlebt haben, kann fast jeder in seiner eigenen Familie erfragen oder in Büchern nachlesen. Unser Frieden und Wohlstand darf gerne noch weiter gehen und sollte fließigen Zupackern nicht verwehrt werden. Pack mers, wie der Bayer sagt.

Cronenberg ist l(i)ebenswert !

Cronenberg ist l(i)ebenswert!

Vor fast schon 100 Jahren, am 1.August 1929, wurde die Stadt Wuppertal durch den Zusammenschluß der kreisfreien Städte Barmen und Elberfeld, sowie der Städte Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel als kreisfreie Stadt gegründet. Nur ein Jahr später entschied eine Bürgerbefragung sich für den namen Wuppertal.

Seitdem fristen die ehemals freien Städte das Dasein als Stadtteil und manchmal müssen sie sich auch gegen die “zentrale” im Rathaus behaupten. Die Verwaltung geschieht in großen Teilen von Barmen und Elberfeld aus. Unterstützt wird diese aber durch die ortliche Bezirksvertretung, die fallweise vor Entscheidungen befragt wird oder auch in einigen Bereichen eine selbständige “Stadtteilsparlamentsgewalt” hat. Hier geht es dann auch schon einmal etwas derber zur Sache, aber immer mit gegenseitigen Respekt.

Cronenberg steht für Qualität

Seitdem ist viel Wasser die Wupper herunter geflossen und der Stadtteil Cronenberg hat sich im Überleben während Wirtschaftskrisen und Weltkriege behaupten können. Durch alle Krisen hindurch haben sich weltweit agierende Mittelständler nicht nur behaupten können, sondern den Namen Cronenberg aktiv mit weltweit hervorragender Qualität verbunden. So manch ein Haushalt und erst Recht das Handwerk kennt z.B. die Werkzeugmarken und schätzt diese als zuverlässig ein. Viele Arbeitsplätze sind für die Familien Lebensgrundlage und zuverlässiger Garant für wirtschaftliches Auskommen. Cronenberger Leistungsträger wohnen vor Ort, leben und kaufen vor Ort und treiben den Motor Wirtschaft an.

Cronenberger engagieren sich

Die Parteienlandschaft ist bunt gemischt und seriös aufgestellt. Der gelebten Demokratie hält der Cronenberger “die Stange”. Auch wenn es politisch unterschiedliche Ansichten gibt, so geht es i.d.R. um das Wohl des Ganzen. Doch nicht nur in den offiziellen Parteien wird sich hier politisch engagiert. Auch in privaten Initiativen (z.B. Cronenberg will mehr, Cronenberg bewegt, 4 Heimatvereine u.v.m.) oder einer sehr lebendigen und wertvollen Freiwilligen Feuerwehr und zahllosen Ehrenämtlern wird ein guter Geist der gegenseitigen Hilfe sichtbar. Auch hier wird – oft im Verborgenen – kräftig angepackt. Diese Beiträge kann man garnicht hoch genug schätzen, denn erst diese machen das Miteinander so besonders, wertvoll und liebenswert.

Wer arbeitet soll auch feiern

Der Cronenberger ist ein durchaus geselliger und weltoffener Menschenschlag. Nicht sofort schunkelnd und fröhlich vereint, doch offen für Neues, kann er es durchaus “krachen lassen”. Geselligkeit findet sich in der 4 Heimatvereinen ebenso, wie in den Sportvereinen und vielen weiteren Interessengruppen. Politik findet nicht nur im fernen Rathaus statt, sondern wird hier aktiv durch Bürger inspiriert und mit geführt, um das Miteinander zu gestalten. Sieht der Cronenberger eine Not, so ist er mit Rat und Tat zur Hand. Bestes Beispiel mag hier die Entstehung der mittlerweile über die Grenzen Wuppertals hianus berühmten “Cronenberger Werkzeugkiste” sein (siehe Bericht), die aus der entdeckten Not flugs ein Volksfest zum Wohle der Notleidenden schuf, um Spenden zu sammeln. “Nicht nur meckern – sondern anpacken” muß da wohl Pate gestanden haben. Und so könnte man noch zahllose Beispiele anführen, wie Cronenberg “so tickt”.

So könnte man natürlich noch zahllose Aktionen, Personen und Organisationen auflisten, die den besonderen Reiz Cronenbergs ausmachen. Doch letztendlich ist es der Nachbar, den Mensch, dem wir gerade begegnen, die Bedienung oder Servicekraft gegenüber, die unser Cronenberg wertvoll machen. Man muß sich nur aufmachen und sie entdecken.

Denn “Cronenberg ist l(i)ebenswert!”.

Was wäre der Mensch ohne Würde?

Vor fast genau 70 Jahren trat unser Grundgesetz auf die Bühne des Weltgeschehens. Im Mai 1949 wurde die Sammlung an Artikeln (“Paragraphen”) rechtskräftig wirksam und innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschlands verbindlich. Und wir feiern dies zu Recht.

Der wohl bekannteste Artikel 1 ist zweifellos der erste: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Aus der Erfahrung der eigenen Historie beriefen sich unsere Gründerväter bewußt auf die Wurzeln unserer Gesellschaft. Das christlich-jüdischen Menschenbild ist die Basis aller weiteren Werteableitungen. Anders als in der ehemaligen DDR ist dieser Artikel sehr konkret und durchaus einklagbar.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Weder die staatliche Gewalt, noch private Personen oder Institutionen haben irgend ein Recht, die Würde anzutasten oder gar zu verletzen. Doch was ist eigentlich diese Würde?

Die Würde – ein Grundstein des menschlichen Seins

Nun kann man die Würde nicht in irgendeiner Weise auf einen Tisch legen, untersuchen und sezieren. Sie ist nicht dinglicher Natur. Ebenso, wie die Seele ist sie nicht mit technischen Mitteln unmittelbar meßbar. Und dennoch ist jeder Mensch im Besitz dieser Würde. Sobald das menschliche Leben begonnen hat zu existieren, ist sie Bestandteil eines jeden Individuums. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sonstiger Unterscheidungen ist sie Teil des menschlichen Seins.

Angesichts der Grundvorstellung “Der Mensch wurde ursprünglich als Ebenbild Gottes geschaffen” ist die Würde also dem christlich-jüdischen Gedanken zutiefst verwurzelt. Sie gehört zu jedem Menschen – selbst wenn er keinen persönlichen Bezug zum jüdisch-christlichen Weltbild hat. Und das ist gut so.

Wenn doch nun die Würde so wichtig ist, warum findet sie im Alltag so wenig Gebrauch? Oder benutzen wir nur andere Worte für diese Würde? Könnte man da nicht ebenso gut “Respekt” sagen? Hier prallen im Alltag tatsächlich manche Verwischungen auf. Die Menschenwürde ist ein Wesenszug des Menschen, der von höchster Stelle unverrückbar zugeteilt worden ist. Den Respekt der Mitmenschen kann man verlieren, die Menschenwürde nie. Sie kann verletzt werden, angetastet oder beschädigt werden, doch gehört sie dennoch zum Menschen dazu. Er ist halt ein “Ebenbild” (nach dem “Baumuster” Gottes wesensgleich geschaffen).

Wann bekommt man diese Würde zugewiesen?

Meiner Überzeugung nach beginnt das Menschsein bereits bei der Zeugung. Immerhin kann aus diesem vermeintlichen “Zellhaufen” am Ende doch nur ein Mensch geboren werden. Vorausgesetzt, es geht bei der hochkomplexen Entwicklung alles seinen Gang und der Mensch oder Krankheit manipuliert hier nicht, wird am Ende einer Geburt dieses Menschenskind für die Mutter und den Vater greifbar und endlich sichtbar werden. Es mag seltsam klingen, doch schon dieses kleine Menschlein hat eine Würde – von der es noch garnichts weiß. Vielmehr müssen Vater und Mutter dafür sorgen, daß es sich dessen bewußt wird und den eigenen Wert auch annimmt – und im Zweifel einfordert.

Würde ist ein umstrittenes Gut

Und genau darum steht der Artikel zu Beginn unserer “Verfassung” (Grundgesetz). Es gab in der Menschheitsgeschichte immer wieder Kräfte, die diese Würde beherrschen wollten. Manchen Menschen wurde diese Würde von der Gesellschaft oder gar von staatswegen grundsätzlich aberkannt. Sogenannte Untermenschen, Sklaven und andere Sonderkategorien wurde eingeführt; mit verheerenden Folgen. Dieses darf nie wieder geschehen. Darum ist die Würde unantastbar. Darum müsssen wir ringen, dies ist Grundlage unseres Zusammenseins.

Die Würde als Leuchtturm

Darum sollen wir auch in unseren politischen Entscheidungen – aber auch im politischen Miteinander – uns dieses Leuchtfeuer vor Augen halten. Ohne diese Wegmarken irren wir doch willkürlich und orientierungslos durch die Zeit. Was heute noch gut ist, wird morgen bekämpft. Nur durch das Hochhalten der Grundwerte unseres Miteinanders können und werden wir die Zukunft sicher machen können. Wie könnten uns die Menschen vertrauen, wenn sie uns nicht auf irgend etwas (Meinungen und Einstellungen) “festnageln” könnten.

Die Wächter

Und hier kommt auch der Politik eine wesentliche Augabe zu. Damit es nicht zu Klagen vor den Gerichten kommen muß, hat die Politik in ihrem Ringen um eben diese Menschenwürde Vorbild zu sein und Gesetzesentwürfe auch auf diese Grundlage hin zu prüfen. Dieser Prozeß ist anstrengend, doch gute Dinge brauchen Sorgfalt . Und es lohnt sich, hier tätig zu sein und “Kurs zu halten”.

Der Kasus Greta

Was habe ich nicht alles an Artikel über dieses junge Mädchen gelesen? Der eine Schreiber läßt sich aus über ein erkranktes Mädchen, der andere über eine Marionette, die von einem Bündnis von Weltverbesserern instrumentalisiert wird und wieder ein Anderer versteigt sich in wüsten Verschwörungstheorien.

Doch wer ist diese Greta?

Für mich ist sie ein Phänomen. Sie ist der Angelpunkt für unsere Jugend, in der sie ihre Zukunftsängste kanalisiert sieht. Was mich wundert, ist die Tatsache, daß alle Welt darüber erstaunt zu sein scheint. Seitenweise und schon seit Wochen hat die schreibende Zuunft ein Thema, welches in aller Breite ausgetragen und auf Titelseiten ausgeschlachtet werden kann. Dieser Umweltschutz ist aber auch ein wichtiges Thema.

So meine ich , daß über dieses Mädchen genug geschrieben worden ist. Es gäbe nichts Neues zu sagen und würde uns nicht weiter bringen.

Das Vorrecht der Jugend

Bitte tun wir doch nicht so erstaunt. Ist doch in den letzte Jahrzehnten es noch nie anders gewesen, als es auch heute wieder ist. Die Jugend begehrt auf gegen das Establishment. Und der Auslöser ist doch immer die selbstherrliche Vorgehensweise der “Alten” – genauer gesagt der regierenden alten Männer und Frauen, die vor den Augen der Welt für Dinge kämpften auf eine Art, wie sie der junge und mit Verstand gesegnete Mensch nicht nachvollziehen konnte und kann.

Waren es in den 1950ern und 60ern die Kämpfe der USA, die in etlichen Ländern der Welt Kriege auf fremden Boden kämpften (und dabei stets erfolglos waren), dann weckten sie die Jugend zum Protest auf. Love and Peace war geboren. Die “Stones” lieferten die Hymne und eine weltweite Musikszene etablierte sich rund um die Hippiebewegung. Junge Leute suchten Antworten und gaben dem Ausdruck durch Kleidung, Musik und Livestyle.

Und diese Trends brachen nie ab. Die Outfits änderten sich, die Methoden änderten sich. Und am Ende wollten junge Menschen mitreden und Antworten auf die großen Fragen des Leben haben. So folgte Kommune 1, die wilden 68er mit ihren Idolen. Manch ein junger Mensch gab sprichwörtlich alles und wurde nachträglich zur Ikone erhoben. Ob Dutschke oder Che, irgend jemand trug irgend ein Banner stellvertretend für eine Bewegung.

Die nachfolgende Jugend fand immer ein Ventil, um sich zu artikulieren. Und so liefen Heerscharen junger Menschen als gestylte Rebellen mehr oder weniger militant durch die Welt und rangen um Aufmerksamkeit.

Und genau darum geht es doch immer. Unsere Kinder wollen bemerkt werden. Sie haben Ideen, Vorstellungen von der Zukunft (mehr oder weniger konkret). Oft wissen sie nur, was sie NICHT wollen. Krieg z.B. ist erwiesenermaßen etwas Schlechtes. Also weg damit. Die Anbetung des blanken Kosums wurde als Tanz und das goldene Kalb enttarnt.

Und auch heute bäumen sie sich auf, weil sie feststellen müssen, wie ein schweizer Konzern rücksichtslos und weltweit das Trinkwasser von den ärmsten Ländern aufkauft, um es gut verpackt an diesselben Menschen teuer zurück zu verkaufen und weltweit zu exportieren. Ein Konzern steht hier stellvertretend für haufenweise geldgeiler und radikal egozenrischer Karrieristen. Menschen sitzen an der Spitze von Konzernen, die tatsächlich denken, Geld wäre die Antwort. Gleichzeitig werden die Meere mit Plastik geflutet und Millionen Menschen flüchten aus ihrer Heimat.

Da muß man doch von der Angst befallen werden

In New York leben zahllose Menschen in Wohnungen, die bezahlen mehr an Nebenkosten pro Monat (Heizung, Srom etc.) für ihre überteuerten 150 qm Appartements, als einfache Menschen mit einem Job im Jahr brutto in derselben Stadt im Jahr verdienen – und diese können sich in derselben Stadt keine Wohnung leisten (trotz Arbeit!).

Die Überraschung

Und heute regt sich “ganz Deutschland” auf über ein Video eines ansonsten weniger bekannten jungen Mannes mit blauen Haaren. Bislang kannten ihn nur junge Leute von seinen Musikvideos auf der bekannten Onlineplattform. Erfahrene Marketingleute werden kalt überrascht und reagieren hilflos. Überrraschung, die Jugend hat schon wieder jemanden zum Star erhoben. Sie regen sich auf und wollen mitreden. Sie reklamieren auf eine Art, wie es nur die Jugend kann: Leidenschaftlich, total emotional und ohne Rücksicht auf große Zusammenhänge und andere Sichtweisen. Und leider haben sie im Großen und Ganzen sogar Recht.

Vietnam und all die anderen Kriegsschauplätze waren sinnlos und haben zahllose junge Menschen geopfert – für rein garnichts. Die alten Machtmenschen saßen daheim am grünen Tisch und gingen zur Tagesordnung über.

Die Jugend will aber mehr

Und so dürfen wir nie wieder reagieren. Auch unsere Jugend will ernst genommen werden. Es reicht nicht, diese in Jugendorganisationen einzugliedern ins System. Sie wollen ernst genommen werden und sie haben Ideen, die wir alten Menschen zum Teil vergessen haben. Ja, genau. Vergessen. Waren wir nicht auch mal jung? Ich glaube, wir waren diese Rebellen, damals, mit Schlaghosen, Batikhemd, langen Haaren, oder anderen Insignien der Jugendkultur. Rebellion war unser zweiter Vorname.

Wir waren “Greta 1.0” und wollten die Welt verändern. Wir suchten und wir fanden Wege uns Gehör zu schaffen. Und irgendwann saßen einige von uns als wilde Grünen im Bundestag mit Jeans und Turnschuhen und wollten mitreden.

Doch was ist aus uns geworden?

Jeans und Turnschuhe wichen schnell dem Dienstwagen; Krawatten dem Stirnband und auch manch eine Einstellung überlebte den Alltag nicht. Grüne sprachen sich für den Krieg aus – wär hätte es gedacht? Ist da jemand erwachsen geworden oder hat er “die Werte” verlassen oder gar verleugnet? Egal.

Wir sollten aus der eigenen Geschichte lernen. Zuhören, wirklich zuhören, und die jungen Menschen ernst nehmen. Ja, denn sie haben noch Ideale. Umgeschliffene und manchmal auch unrealistisch. Doch ist dies nicht das Vorrecht der Jugend? Ein wenig verrückt, Träume habend fragen sie uns nach Antworten. Ist es doch nicht nur ihr Vorrecht, sondern auch Aufgabe, uns unruhig zu machen und aufzuwecken aus dem angepaßten Leben?

Greta mag sein, wie sie ist. Ich will nicht über sie richten und nicht über die, die sie vielleicht lenken. Es wird einfach Zeit, mal wieder den Kontakt zur Jugend herzustellen (und zu halten) und sich zu erinnern. Wir haben nur einen Planeten und der nächste ist sehr weit entfernt, Niemand von uns heute Lebenden wird je eine zweite Erde sehen. Machen wir also aus dieser einen Ort, wo es sich zu leben lohnt. Wir haben einen Garten übergeben bekommen. Machen wir doch keine Müllkippe daraus.

So weit: Danke Greta und danke ihr jungen Leute heute.

Unruhige Zeiten wünscht

Holger Reich